“Polaroids from the Dead”, so der englische Originaltitel, ist eine Sammlung von Geschichten meine Lieblingsautors Douglas Coupland. Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt, die die 80er und 90er unter verschiedenen Blickwinkeln zeigen, aber doch eine sehr enge Verbindung miteinander haben.
Kapitel eins und drei werde ich hier nicht näher behandeln, da sie für mich weitaus unspektakulärer sind als der Mittelteil, den ich wirklich für die bis dahin besten Zeilen von Coupland halte.
bq. Wenn ich Menschen treffe, stelle ich sie mir in einer Welt der Dunkelheit vor. Die einzigen Lichter, die zählen, sind die Sonne, Kerzen, der Kamin und das Licht in deinem Inneren, und wenn ich dir manchmal seltsam vorkomme, liegt das nur daran, dass ich den Strom abschalte und versuche, uns beiden zu helfen, versuche, dich und mich als die Menschen zu sehen, die wir wirklich sind.
Für mich eine Form moderner Romantik (ich will hier nicht das Wort “Geek” einbringen, denn das würde es in ein falsches Licht rücken). Douglas Coupland ist f+r mich als Schriftsteller soetwas, wie Radiohead als Band und Bill Henson als Fotograf. Er fängt sein Zeitgeschehen auf, idealisiert es nicht, sondern gibt es so wieder, wie es ist. Und das auf eine so schöne Weise, dass einem nicht selten der Schauer den Rücken hinunterläuft.
Die kurzen Geschichten behandeln schlichte Alltagsthemen. Sie handeln von toten Persönlichkeiten, erzählen ganz gewöhnliche Stories oder bieten Schicksale dar. Wie etwa das, eines Brückenspringers in Toronto, der aber von dem Saxophon eines Lokalbesitzers von seiner geplanten Tat abgelenkt wird. Man kann die Atmosphäre, den Geruch der Luft, die Wärme der Umgebung, wahrhaftig spüren, wenn man Coupland’s Bücher liest und fühlt sich einfach mitgenommen.
